Bereits in der 2. Hälfte des Schuljahres 1995/96 kündigte sich die Sensation an: Herr Steiner und Herr Feuchtgruber teilten mir mit, daß nach Lage der Dinge das Unmögliche wahr werden würde. Es wird einen LK Bio im nächsten Schuljahr geben, den ersten nach fünf Jahren; für mich den allerersten überhaupt! Ich besorgte mir gleich eine Kursliste, denn ich war mehr als gespannt auf die Wagemutigen, die allen Unkenrufen zum Trotz Biologie gewählt hatten ("Bist du narrisch und nimmst den LK Bio, des is ja net zum Dalerna!").
Dann war es endlich so weit. Ich stand zu Beginn des neuen Schuljahres 16
neugierigen jungen Kollegiat(inn)en gegenüber. "War ihre Wahl
Verzweiflungstat oder basierte sie auf wirklichem Interesse?", fragte ich
mich damals. Das Engagement war jedoch groß. Alle waren gleich zu Anfang
spontan bereit, das Öko-Camp in Steina zu besuchen. Das hieß,
den freien Nachmittag zu opfern, um sich bei strömendem Regen in sumpfigem
Gebiet über die ökologischen Zusammenhänge zwischen Plumpsklo
und Pflanzenkläranlage informieren zu lassen. Bei der anschließenden
Diskussion mit den internationalen Campmitgliedern ließ man mich allerdings
im Regen stehen. Wo blieben die Englisch Leistungskursler mit ihren
Diskussionsbeiträgen? Beteuerten sie doch vorher, "English, no problem".
Dann mußte doch mein 20 Jahre altes Englisch alleine
herhalten.
Apropos
Regenwetter! Egal, wohin unsere Exkursionen führten, zur ökologischen
Station nach Steina, nach Ering, zur Gewässergütebestimmung oder
zur Pfarrkirchner Kläranlage, - es war immer das gleiche Bild: 16 (manchmal
auch etwas weniger) triefende Biologen im Matsch und unter Schirmen. Regenwetter
Biologenwetter? Ein Regenschirm war es übrigens auch, der unserer
Jasmin zu einem freien Vormittag verhalf.....
Spätestens als die Facharbeitsthemen vergeben wurden, war ich endgültig davon überzeugt, daß mein Kurs aus waschechten Biologen bestand. 13 von 16 Kursteilnehmer(inne)n ließen es sich nicht nehmen, ihre Facharbeit in Biologie zu schreiben. Mindestens eine hat es zwischendurch schon mal bereut. Am Ende war sie aber doch glücklich über den Preis bei "Jugend forscht". Glückwunsch, Isabella!
Danke all denen, die am "Tag der offenen Tür" den Besuchern Mundschleimhautzellen, Zwiebelschuppen-Epidermiszellen, Schneckenembryonen, Insektenaugen und Käferbeine unter dem Mikroskop nahebrachten.
Ich hoffe, es hat euch so wie mir - trotz des großen Arbeitspensums
auch Spaß gemacht, und freue mich, daß eure Abiturarbeiten bewiesen:
"Bio is eben doch zum Dalerna!"
Und zum Schluß: Was immer ihr nun auch vorhabt, privat oder beruflich,
überlegt euch, was ihr wollt, und fädelt die Dinge klug ein, damit
ihr euere Ziele auch erreicht.
Sonja Enghofer