Beginn (theoretisch): 9.30 Uhr
Ende: zwischen 9:30 Uhr und 11:12 Uhr
Kursleiter: Herr Thilo Kehbel (oder Zitat F. O.: "Wia hoaßt der
da vorn??")
Anwesend: selten alle
Abwesend: meistens viele
Unser strebsamer Deutsch-Lehrer war stets der letzte, der in K1 erschien
- wenn überhaupt, weshalb sich ein Schüler
des
öfteren
umsonst auf den Weg in die Schule machte. Zum Leidwesen der Schüler
verzögerte sich der Unterrichtsbeginn noch weiter, da der Lehrer etliche
Kollegiaten erst noch vom Sofa abholen mußte. Oftmals teilte Herr Kehbel
seinem Kurs um 9:50 Uhr auch mit: "Ich hab' noch was zu erledigen, mach'
ma in der 4. Stunde weiter." Grund dafür ist, daß Herr K. die
Vertretungspläne zusammenstellt und uns so zu regelmäßigem
Unterrichtsverzicht nötigte. Da er auch noch den
Grundkurs Dramatisches Gestalten leitete, führte
dies ebenfalls zu akutem Unterrichtsverlust. Dies bedeutete für die
männlichen Kursteilnehmer jedoch keine Freistunde, da sie zum Zwecke
des Bühnen- und Stühleaufbaus mißbraucht wurden. Falls der
Kursleiter nicht nur kam, um sich zu entschuldigen, sondern ernsthaft vorhatte,
mit uns Unterricht zu machen (ich glaube Deutsch), zählte er die anwesenden
Schüler. Dies führte ihn ein paar Mal zu der Erkenntnis: "Des lohnt
sich ja gar ned, daß ma mit so wenig Leut' Stoff macht", sprach's und
ging.
Waren genug Schüler und (!) Herr Kehbel anwesend, wurde einer für
die Rechenschaftsablage ausgewählt. Jener mußte nun die Quintessenz
der letzten Stunde herausarbeiten, was auf Grund dürftiger
Hefteinträge nicht immer einfach war. Wer allerdings in der letzten
Stunde fleißig Notizen in sein Deutschbuch kritzelte (an alle
Nicht-Oberstufler: NICHT nachmachen!) - oder das Glück hatte, ein
beschriebenes Buch zu ergattern - hatte gute Chancen, eine befriedigende
Punktzahl zu erreichen.
Mancher Schüler (H.W.) brachte es jedoch fertig, seine Note durch
überdurchschnittlich häufigen Gebrauch des Wortes "praktisch"
wesentlich zu verschlechtern. Herr Kehbel hatte - zur Belustigung des restlichen
Kurses - die Angewohnheit, Witze über seine Opfer zu reißen. SIEHE
STILBLÜTEN
Nach dem Ausfragen war die Zeit relativ weit vorangeschritten, so daß
Herr Kehbel befand, daß es sich gar nicht mehr lohnen würde, ein
neues Thema zu beginnen. Es störte ihn dabei auch nicht, daß es
erst 10:03 Uhr war. Dadurch mußten die Schüler gezwungenermaßen
eine längere, unfreiwillige Pause in Kauf nehmen. Wir sind allerdings
der Meinung, daß uns die verlängerten Pausen nur deshalb gewährt
wurden, damit unser Kursleiter seinen Nikotinbedarf decken konnte. Allerdings
schien dieser Nikotinschub nicht auszureichen, da er oftmals völlig
grundlos den Raum verließ (ist Rauchen eigentlich ein Grund?). Indizien
für diese Leidenschaft sind die Rauchschwaden, mit denen sich sein
Erscheinen ankündigte und die Nikotin-Emmissionen, auf Grund derer die
Lebenserwartung der Schüler aus der ersten Reihe drastisch verkürzt
wurde. Manchmal versuchte Herr Kehbel die Zeit bis zur nächsten Pause
mit Witzeerzählen zu überbrücken. Leider waren einige Witze
zu hochgeistig für den Kurs, so daß man Herrn K. als einzigen
in K1 lachen hörte.
Aufgelockert wurde das eintönige "les' ma was aus'm Deutschbuch und
frag'n ma drüber aus" durch taktisch gut plazierte Lektüren
(seltsamerweise immer vor den Ferien). Um die verlorengegangene Unterrichtszeit
annähernd aufzuholen, waren die Lektüren in den Ferien zu lesen,
was zur Folge hatte, daß nur ein geringer Teil des Kurses sich dieser
Aufgabe annahm. Somit kam für den unmotivierten Teil ein Themengebiet
in der Klausur gar nicht erst in Frage. Ungerechterweise hingen die
Mitarbeitsnoten ebenfalls von der Lektürenkenntnis ab. Die Bekanntgabe
der Mitarbeitsnoten war immer wieder ein Ereignis (Summe letzte Reihe =
Durchschnitt zweite Reihe).
Nur einmal gegen Ende von K 13 befand Herr Kehbel den Zeitpunkt für
gekommen, eine Ex zu schreiben, da er andernfalls die mündlichen Noten
nicht zusammenbekommen hätte. Allerdings mußte diese Stegreifaufgabe
nur von den Leuten mitgeschrieben werden, die die Stunde zuvor und diese
Stunde anwesend waren oder noch keine mündliche Note hatten. So kam
es, daß bis auf 2 (sprich: z w e i ) Schüler der ganze GK Deutsch
sich auf den Sofas versammelte.
Trotz der ausführlichen, zahlreichen, tiefschürfenden, lehrreichen
und buchlastigen Unterrichtsstunden konnten sich nur vier Schüler unseres
Kurses dazu durchringen, im Fach Deutsch die Abiturprüfung abzulegen.
Alles in allem fanden wir den GK Deutsch bei Herrn Kehbel klasse, denn wir (besonders die letzte Reihe) hatten massig Spaß. Ein weiterer Pluspunkt ist für uns darin zu sehen, daß unsere Lebens- und Lernphilosophie mit unserem Kursleiter konform zu gehen schien: minimaler Lernaufwand bei befriedigender Punktzahl. Außerdem schien er in etwa genau so motiviert zu sein wie wir! Deshalb können wir den GK Deutsch bei "Kilo Thebel" (Zitat Herr Schwenke) nur empfehlen, weil's einfach lustig war.
Anmerkung für Herrn Kehbel:
Keine Angst, wir wissen, daß ein Protokoll im Präsens geschrieben
werden muß, denn sogar wir haben was gelernt.